Herz-Kreislauferkrankungen sind in Deutschland mit etwas 40% aller Todesfälle weiterhin die häufigste Todesursache. Dennoch ist es in den letzten Jahrzehnten zu einem deutlichen Rückgang der Todesursache durch Herzinfarkt oder Schlaganfall gekommen. Die Lebenserwartung bei Männern ist von 1980 bis 2002 von 69,9 auf 75,6 Jahre, bei Frauen von 76,6 auf 81,3 Jahre gestiegen. Den größten Anteil beim Anstieg der Lebenserwartung hat die Veränderung bei den Herz-Kreislauferkrankungen. Die Lebenserwartung bei Männern ist hierdurch um 2,6 und bei Frauen um 2,2 Jahren gestiegen.
Einen großen Anteil an der Verminderung der Sterblichkeit an Herz-Kreislauferkrankungen trägt die Behandlung erhöhter Blutfette bei.
An erster Stelle der Therapiemaßnahmen stehen nichtmedikamentöse Maßnahmen wie eine Steigerung der körperlichen Aktivität und eine kaloriengerechte, ballaststoffreiche und fettarme Ernährung, die reich an Gemüse und Früchten sein sollte. Gesättigte Fettsäuren sollten vermieden werden. Internationale Leitlinien empfehlen die Zufuhr von sogenannten Phytossterolen zur Ernährung, da damit das LDL-Cholesterin gesenkt werden kann.
Statine sind weiterhin die Medikamente erster Wahl zur medikamentösen Lipidtherapie.
Statine hemmen das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das in der Leber das Cholesterin synthetisiert. Statine vermindern somit die Colesterinbildung in der Leber. Außerdem kommt es unter der Behandlung von Statinen auch zu einer Entzündungshemmung in den Gefäßen, welches zu einer Stabilisierung von arteriosklerotischer Plaquebildung führt. Die verschiedenen Statinen unterscheiden sich vor allen Dingen in ihrer Effektivität hinsichtlich der LDL-Cholesterin (schlechtes Cholesterin) Senkung. Eine Senkung um etwa 30% des LDL-Cholesterins kann man mit 10mg Artorvastatin, 30mg Simvastatin und 40mg Lovastatin erreichen.
Die häufigsten Nebenwirkungen der Behandlung sind Muskelschmerzen und Erhöhung der Leberwerte, auch Leberentzündungen kommen vor. Besonders gefürchtet ist Rhabdomyolyse bei der es zu schweren Muskelerkrankungen kommt. Diese Erkrankung tritt meist auf, wenn gleichzeitig mit anderen Medikamenten behandelt wird und die Verstoffwechselung der Statine gestört ist.
Bei einer Senkung des LDL-Cholesterins um etwa 40mg, kann das Risiko an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erkranken um etwa 20% gesenkt werden. Das heißt, dass z.B. eine Senkung des LDL-Cholesterins von 80mg zu einem verminderten Risiko von 40% führen würde. Ein weiteres Medikament ist die sogenannte Nikotinsäure. Mit Dosen von etwa 1bis 2 Gramm täglich können die Triglyceride und das Cholesterin um etwa 30% gesenkt werden. Nikotinsäure ist dabei das wirksamste Medikament zur Erhöhung des HDL-Cholesterins (gutes Cholesterin). Nikotinsäure ist auch das einzige Medikament, welches zu einer Senkung des sogenannten Lipoprotein A führen kann. In Deutschland wird Nikotinsäure relativ selten eingesetzt, da es nicht sehr gut vertragen wird. Eine häufige Nebenwirkung ist ein sogenannten Flush (Hautrötung, Hitzegefühl und Juckreiz).
Cholesterinerhöhungen, die sich als therapierefrektär erweisen, können in Ausnahmefällen auch mit einer sogenannten LDL Apharese (Plasma-Austausch) behandelt werden.
Es befinden sich zur Zeit noch weitere Medikamente in der Entwicklung, die zu einer ausreichenden LDL Senkung führen sollen. Insbesondere Antikörpertherapien versprechen in diesem Bereich einen erheblichen Fortschritt in der medikamentösen Therapie der Cholesterin-Erhöhung.