
![]() Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. Dreißig Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben eine Schilddrüsenerkrankung. Bei den über 45jährigen ist sogar jeder Zweite betroffen. Dabei erkranken Frauen und Männer fast in gleicher Häufigkeit. Pro Jahr werden in Deutschland ca. 130 Tausend Schilddrüsenoperationen durchgeführt. Hinzu kommen etwa noch 50 Tausend Radiojodtherapien.
Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig es ist, dass bei Vorsorgeuntersuchungen ein Schilddrüsen – Check durchgeführt wird. Mit der Schilddrüsensonographie können wir die genaue Größe der Schilddrüse feststellen und erkennen Strukturdefekte, wie z. B. Schilddrüsenknoten oder Schilddrüsenzysten. Sinnvoll ist die Schilddrüsensonographie auch zur Diagnostik von Autoimmunerkrankungen wie der Morbus Basedow oder Entzündungen wie der Hashimoto Thyreoditis. Im Gegensatz zu der nur bei besonderen Fragestellung notwendigen Szintigraphie ist die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse ohne jede Strahlenbelastung möglich. Um den Funktionszustand der Schilddrüse zu überprüfen sind Blutuntersuchungen notwendig. Wir bestimmen die Schilddrüsenhormone T3 (Triodthyronin) und T4 (Thyroxin). Wichtig ist auch die Überprüfung des Hormons TSH (Thyreoidea stimmulierendes Hormon) aus der Hirnanhangdrüse (Hypophyse). Niedriges TSH spricht für eine Schilddrüsenüberfunktion, zu hohes TSH dagegen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Folgende Symptome finden wir oft bei einer Überfunktion (Hyperthyreose): vermehrtes Schwitzen, Nervosität und Unruhe, Herzrasen und Herzrhythmusstörungen, Gewichtsverlust, Schlafstörungen sowie Durchfall. Bei einer Unterfunktion (Hypothyreose) sind typisch: vermehrtes Frieren, Müdigkeit und Antriebslosigkeit, Depressionen und Konzentrationsstörungen, ungewöhnliche Gewichtszunahme, trockene Haut sowie Verstopfung. Die häufigste Ursache für Schilddrüsenerkrankungen ist eine Unterversorgung mit Jod, die oft in der Kindheit begonnen hat. Der Mangel an Jod ist weit verbreitet. Um ein Jodmangel in unserer Ernährung zu vermeiden, sollten wir mindestens einmal, besser zweimal pro Woche Meeresfrüchte verzehren. |
Gelistet im Leading Medicine Guide Germany 2009 & 2010
» mehr
|
