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Glossar


Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Glossar: (A-I) (J-R) (S-Z)

Bei der Zuckerkrankheit handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung, bei der der Blutzucker chronisch erhöht ist. Der Mediziner bezeichnet diesen Zustand als Hyperglykämie, die Zuckerkrankheit selbst auch als Diabetes mellitus. Man unterscheidet zwei Formen: Beim Diabetes mellitus Typ 1 liegt eine Autoimmunkrankheit vor, die durch eine Virusinfektion ausgelöst wird und meist vor dem 35. Lebensjahr auftritt. Der Diabetes mellitus Typ 2 betraf bis vor kurzem meist ältere Menschen und wird daher auch als Altersdiabetes bezeichnet.


Seit einigen Jahren jedoch erkranken auch immer mehr jüngere Menschen daran. Verantwortlich für diese nicht heilbare Stoffwechselstörung sind neben genetischen Faktoren vor allem Fehlentwicklungen in den Lebensgewohnheiten, die mit Bewegungsmangel, Übergewicht und falscher Ernährung einhergehen. Immerhin rund 90 % aller Diabetiker haben einen Diabetes Typ 2.


Wenn wir essen, wandelt unser Körper Teile der aufgenommenen Nahrung in Zucker um. Diese Glukose wird über das Blut in das Körpergewebe transportiert. Den Eintritt in die Körperzellen, wo die Glukose als Energielieferant benötigt wird, ermöglicht das Insulin – ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird.


Insulinresistenz ist ein Vorbote für Diabetes

Mindestens 30 Prozent aller Deutschen erleiden im Laufe ihres Lebens eine sogenannte Prädiabetes, eine Insulinresistenz: Muskel-, Leber- und Fettzellen werden unempfindlich gegenüber dem Insulin. Daher verbleibt die Glukose zunehmend im Blut und der Blutzuckerspiegel steigt an, ohne jedoch schon die Werte eines Typ-2-Diabetes zu erreichen.


Diabetes mellitus_Zuckerkrankheit

Diese Insulinresistenz ist nicht an Symptomen zu erkennen. Aber schon die Begleiterscheinungen bergen gravierende Gesundheitsrisiken: Erhöhte Cholesterinwerte im Blut und Bluthochdruck können sich einstellen, Erkrankungen am Herzen oder ein Schlaganfall werden wahrscheinlicher.


Außerdem gilt: Wer einmal an Prädiabetes erkrankt ist, wird wahrscheinlich innerhalb der nächsten zehn Jahre auch am Diabetes Typ 2 erkranken. Denn bei einer Insulinresistenz steigt der Glukosegehalt im Blut immer weiter. Zwar versucht die Bauchspeicheldrüse den scheinbaren Mangel an Insulin auszugleichen mit immer mehr Insulin. Die Zellen ihrerseits werden immer resistenter gegen Insulin. Schließlich kann der Körper die fortdauernde Insulin-Produktion nicht mehr bewältigen: Der Blutzuckerspiegel steigt immer weiter an, bis sich ein Typ-2-Diabetes einstellt.


Bewegungsmangel und falsche Ernährung begünstigen Zuckerkrankheit

Vor allem Übergewicht aufgrund falscher Ernährung und körperlicher Inaktivität begünstigen diesen Prozess. Das Fettgewebe der Bauchhöhle nimmt zu und der Anteil der freien Fettsäuren im Blut steigt an. Auch die genetische Veranlagung spielt eine wichtige Rolle: Mit jedem erkrankten Familienmitglied steigt das eigene Diabetes-Risiko. Ist ein Elternteil Diabetiker, beträgt dieses Risiko 50 %.


Auch bestimmte Medikamente spielen bei der Entstehung eines Diabetes mellitus eine Rolle, z. B. Statine (Cholesterinsyntheseenzymhemmer), die den Cholesteringehalt im Blut senken sollen, Kortison, harntreibende Mittel (Thiazide), Blutdrucksenker (Betablocker), Ovulationshemmer und Antidepressiva.


Während einer Schwangerschaft kann sich eine Gestationsdiabetes einstellen: eine Störung der Glukosetoleranz während der Schwangerschaft, die nach der Geburt normalerweise wieder verschwindet. Schließlich können Lebererkrankungen, Stressfaktoren für den Körper wie Infektionen, Verletzungen oder Operationen sowie Hormonstörungen verantwortlich für einen gestörten Glukosehaushalt sein.


Persönliche Diabetes-Faktoren erkennen

Das persönliche Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken, kann anhand verschiedener Messwerte ermittelt werden. Dabei gilt: Wer sein Körperfett reduziert, senkt sein Diabetes-Risiko. Die Körperzellen sprechen wieder stärker auf Insulin an. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn keine Fettleber vorliegt. Die Bestimmung des Leberfettgehaltes lässt daher Aussagen über das individuelle Risiko zu.


Für eine Beurteilung des individuellen Diabetesrisikos ist das Hämoglobin A1c (HbA1c), auch Langzeit-Blutzucker genannt, wichtig. Dessen Wert gibt Auskunft über den Blutzuckerspiegel der letzten acht bis zwölf Wochen. Bei Diabetikern wird er regelmäßig bestimmt und sollte unter sieben bis acht Prozent liegen; bei gebrechlichen älteren Menschen sind individuell auch etwas höhere Werte akzeptabel, um einer Unterzuckerung mit Sturz- und somit Frakturgefahr (Oberschenkelhalsfraktur) vorzubeugen. Ein Wert über 8,5 Prozent besagt, dass der Blutzuckerspiegel in den zurückliegenden zwei bis drei Monaten durchschnittlich bei über 200 Milligramm-Prozent lag. Als normal gelten Werte zwischen 70 und 140.


Auch den Body-Mass-Index (BMI, kg/m2) gilt es zu beachten. Ab einem Wert von 27 steigt das Diabetes-Risiko. Beim Nüchternblutzucker (mg/dl) gilt ein Wert von unter 110 als normal. Darüber spricht man von einer abnormen Nüchternglukose, bei Werten über 126 von Diabetes. Unabhängig von Alter und Körpergewicht empfiehlt es sich, bei einem erhöhten Nüchternblutzuckerwert einen Glukosebelastungstest zu machen, bevor man mit Änderungen im Lebensstil wie einer Diät oder einem Bewegungstraining beginnt.


Diabetes verursacht gravierende Gesundheitsschäden

Besonders gefährlich ist der Diabetes mellitus, weil er sich über Jahre schleichend entwickelt und daher oft zu spät erkannt wird. Erste unspezifische Anzeichen können Müdigkeit, Schwäche, Sehstörungen und Infektneigung, etwa wiederholte Blasenentzündungen, sein. Auch ein schlecht eingestellter Diabetes zieht oftmals unumkehrbare Folgeschäden nach sich. Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall können aufgrund des erhöhten Arteriosklerose-Risikos auftreten. Auch Nierenerkrankungen und Niereninsuffizienz drohen, ebenso Augenerkrankungen bis zum Erblinden.


Symptome eines Diabetes Gesunde Ernaehrung beugt Uebergewicht und Diabetes vorkönnen eine verschlechterte Wundheilung und ein diabetisches Fußsyndrom sein, verursacht durch Nerven- und Gefäßschädigungen nebst arteriellen Durchblutungsstörungen.


Mit der richtigen Vorsorge kann man der Zuckerkrankheit wirkungsvoll entgegentreten. Veränderungen im Lebensstil wirken nicht nur vorbeugend, sondern sind in jeder Phase der Krankheit ebenso wichtig wie medizinische Maßnahmen. Neben kalorienreicher Ernährung ist fehlende körperliche Aktivität die Hauptursache für Adipositas (Fettleibigkeit) und Typ-2-Diabetes.


 

Übergewicht baut sich auf, wenn mehr Energie aufgenommen als verbraucht wird. Abhilfe erreicht man grundsätzlich auf zwei Wegen: indem man weniger Kalorien aufnimmt oder indem man durch gesteigerte körperliche Aktivität mehr verbraucht.


Diabetes-Vorsorge: Abnehmen durch Aktivität

Liegt ein erhöhtes Diabetesrisiko vor, sollte eine Gewichtabnahme um fünf bis sieben Prozent angestrebt werden. Die Reduzierung des Körpergewichts begünstigt den Transport von Glukose aus dem Blut in die Zellen. Je mehr man sich bewegt, desto weniger Glukose verbleibt im Blut. Auch die Ansprechbarkeit der Zellen auf Insulin verbessert sich. Mit folgenden Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken:


- Aerobes Training mit Ausdauersport (Walking, Schwimmen, Radfahren etc.) 30 Minuten an mindestens 5 Tagen pro Woche;

- Krafttraining (Therabänder, Gewichte etc.) zwei- bis dreimal pro Woche;

- Flexibilitätstraining, täglich 5 bis10 Minuten;

- Ein aktiver Alltag mit 10.000 Schritten pro Tag.


Bei körperlicher Aktivität sollte man möglichst ins Schwitzen zu geraten, die Belastung jedoch nur so weit vorangetrieben werden, dass man zu jedem Zeitpunkt in der Lage ist, einen Satz laut auszusprechen, ohne zwischendrin nach Luft schnappen zu müssen. Wer längere Zeit körperlich nicht oder wenig aktiv war, sollte erst nach ärztlicher Beratung mit dem Training beginnen. Dies gilt auch bei einem angegriffenen Gefäßsystem und Veränderungen am Augenhintergrund. Ideal ist die schrittweise Annäherung an das 30-Minuten-Ziel.


Nahrungsmittel und Essgewohnheiten überprüfen

Um sich gegen Diabetes zu wappnen, sollte man auch seine Ernährungsgewohnheiten überprüfen, denn die Bestandteile unserer Ernährung haben einen direkten Einfluss auf die Entstehung des Typ-2-Diabetes. Hohe Anteile an Zucker und (tierischen) Fetten sowie eiweißreiche Kost, etwa in Form kohlenhydratarmer oder sogenannter Low-Carb-Diäten, begünstigen die Krankheit. Umgekehrt schützen eine betont pflanzliche, ballaststoffreiche Ernährung.


Weitgehend verzichten sollte man auf industriell verarbeitete Lebensmittel und stattdessen Gemüse, Hülsenfrüchten, Bohnen, Beeren sowie Vollkornprodukte verzehren. Diese enthalten zahlreiche Nährstoffe und haben einen hohen Gehalt an Ballaststoffen. Sie sättigen also und steigern die Insulinsensitivität.


Gesättigte Fette, die in rotem Fleisch oder fetthaltige Milchprodukte enthalten, sollten ebenfalls gemieden werden wegen ihrer hohen Kaloriendichte. Zudem begünstigen sie eine Insulinresistenz. Fischfette und Pflanzenöle (z. B. Raps- oder Olivenöl) tun dies nicht. In Maßen erlaubt sind fettarme Milchprodukte, Fisch und andere Proteinquellen. Auch auf Süßigkeiten, Backwaren und gezuckerte Getränke sollte man weitgehend verzichten. Sie enthalten zu viel Zucker, Fett und Kalorien und haben einen nur geringen Nährwert.


Bei der Nahrungsaufnahme ist es wichtig, kleinere Portionen zu essen. Außerdem sollte man langsam essen, damit das Gehirn ein Völlegefühl signalisieren kann. Andere Tätigkeiten parallel zum Essen, etwa Fernsehen oder Arbeiten, sollten tabu sein. Maßvoller Genuss ist erlaubt: Ein bis zwei Tassen Kaffee, ein Riegel dunkle Schokolade, ein alkoholisches Getränk pro Tag können die Insulinempfindlichkeit sogar steigern.


Wer an der Zuckerkrankheit leidet, muss regelmäßig seinen Blutzucker messen, und ist auf zuverlässige Blutzuckermessgeräte angewiesen. Moderne Messgeräte kommen inzwischen gegenüber einer Laboranalyse auf mittlere Abweichungen von nur noch fünf bis zehn Prozent. Gute Geräte verfügen zudem über zahlreiche Zusatzfunktionen. Neben der Speicherung der Werte mit Messzeit und Datum bieten viele Geräte komplette Auswerteprogramme, integriert oder für den Computer. Manche können die Daten über das Mobiltelefon an einen anderen Computer, zum Beispiel in der Arztpraxis, senden. So lassen sich Änderungen im Therapieplan kurzfristig realisieren.


Gründliche Vorsorge mit dem Diabetes-Check-up der Praxisklinik Bornheim

Der gründliche Diabetes-Check-up in der Praxisklinik Bornheim erfasst alle Faktoren der Zuckerkrankheit. Zu den wichtigen Untersuchungen, die etwa alle drei Monate durchgeführt werden sollten, zählen: die Bestimmung von HbA1c, Gesamtcholesterin, HDL- und LDL-Cholesterin, Triglyceriden und Kreatinin, Blutdruckmessung, ein Mikroalbumin-Urintest (Urinuntersuchung auf Eiweiß).


Einmal im Jahr sollten die Gefäße per Ultraschall auf vorzeitige Verkalkungen untersucht werden. Auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) gehört zu den jährlich angezeigten Untersuchungen. Um neurologische Schäden frühzeitig zu erfassen, sind zudem Untersuchungen des Schmerz-, Berührungs- und Vibrationsempfindens notwendig. Ebenso angezeigt ist die regelmäßige Vorstellung beim Augenarzt.


Die Fachärzte der Praxisklinik beraten Sie außerdem in Fragen der Ernährung und zeigen Ihnen, wie Sie selbständig Ihren Blutzucker kontrollieren, Unterzuckerung (Hypoglykämie) und Überzuckerung (Hyperglykämie, diabetisches Koma) vermeiden, und geben Tipps für die richtige Körperpflege, etwa bei Vorsorge oder Versorgung des diabetischen Fußsyndroms.




 

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